Nervensägenalarm: Wie Firmen Ihre Kunden auf Social Media vergraulen

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Ihr Unternehmen ist auf den gängigen Social Media Plattformen vertreten und Sie posten regelmäßig Bilder, Texte, Videos, Anzeigen – doch irgendwie passiert nichts? Keine Likes und Shares, niemand scheint Ihre Beiträge wahrzunehmen? Von mehr Traffic auf der Website oder neuen Kunden ganz zu schweigen? Dann ist es Zeit, dass Sie Ihre Beiträge mal genauer unter die Lupe nehmen. Könnte es sein, dass Sie Ihren Followern einfach auf den Geist gehen? Dass Sie Ihre potenziellen Kunden auf Social Media nerven? Wenn Sie die fünfte Werbeanzeige am Tag schalten oder wieder unkommentiert eine Pressemitteilung posten, könnte es sein, dass Ihre Follower den Kopf genervt auf die Tastatur sinken lassen. Schlimmer noch: Sie ignorieren Ihre Beiträge oder entliken Sie sogar. 

Sie könnten ja mal in die Runde fragen, woran es genau liegt. Aber das hat ziemliches Eigentor-Potenzial (Stichwort: Shitstorm). 


Prüfen Sie lieber diese vier Anzeichen, womit Sie auf Social Media zur Nervensäge mutieren - erst dann können Sie auch was verbessern:

1. Sie posten nur Werbung

Wie bitte? Und warum verpulvere ich dann einen großen Teil meines Werbeetats für Facebook & Co.? Berechtigte Frage, wenn Sie Social Media für Marketing und Vertrieb einsetzen. Aber hier geht es um das „Wie“. Spammen Sie Ihre Kunden bitte nicht mit Marktschreier-Postings über Ihre tolle Firma mit den besten Produkten der Welt zu. Überlegen Sie mal: Wenn ein Nutzer Ihr Unternehmen geliked hat oder Ihnen folgt, bedeutet das doch, dass er Ihr Unternehmen schon mal „mag“ oder zumindest Interesse an Ihnen hat. Es geht also nicht mehr darum, ihn von Ihren Produkten zu überzeugen, sondern ihn als Fan und Freund zu behalten. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen. Und das funktioniert nur, wenn man eine Strategie verfolgt, die den Followern einen Mehrwert bietet. Beispielsweise „How-to-Videos“ zu Ihren Produkten oder Unterhaltsames und Nützliches, das im weiteren Sinne mit Ihrer Branche zu tun hat. Ein Beispiel: Eine kurze Video-Bauanleitung für ein Vogelhaus, wenn Ihr Unternehmen passende Werkzeuge herstellt. Selbstverständlich können Sie Ihre Inhalte weiterhin mit Werbeetat unterstützen oder Anzeigen zu Produktneuerungen schalten. Aber bitte halten Sie die Frequenz von Letzterem gering. 

 

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2. Sie posten zu oft

Wer nichts Gutes zu sagen hat, der schweigt am besten. Was auf viele Situationen im Leben zutrifft, passt umso mehr in die sozialen Medien. Wenn Sie jeden Tag zehn verschiedene Postings veröffentlichen, aber niemand reagiert, sind sie wahrscheinlich schon längst zu der mitteilungsbedürftigen Nervensäge mit dem langweiligen Account geworden. Und wer will das schon? Niemand hat an einem einzigen Tag so viel Interessantes zu sagen. Glauben Sie bloß nicht, dass Sie nur durch häufiges Teilen von Inhalten auch an Relevanz gewinnen. Vielmehr sollten Ihre Posts so „wertvoll“ sein, dass diese Ihre Follower zum liken, teilen oder kommentieren anregen – denn das „Engagement“ ist das Nonplusultra für den Erfolg in den sozialen Medien. Wie oft posten also? Da gibt es keine Faustregel. Zudem variiert es von Plattform zu Plattform: Ihr Twitter-Account könnte von einer hohen Frequenz an Tweets profitieren (dazu zählen aber auch Retweets anderer Nutzer). Auf Business-Plattformen wie Xing sollten Sie stattdessen nicht übertreiben, zumal dort längere Unternehmensnews Platz haben. Texten Sie Ihre Follower also nicht zu. Und haben Sie keine Angst davor, auch mal ein paar Tage nichts zu teilen, während Ihr Social Media Manager noch am witzigen Video über die neuen Azubis arbeitet.

 

3. Pressemitteilungen und zu viel Text

Ihre Mitarbeiterin aus der Presse hat eine wunderbare Mitteilung geschrieben. Die ist so gut und vertritt Ihren Standpunkt so exakt, dass Sie sie nicht nur den Journalisten, sondern am liebsten der ganzen Welt zeigen wollen. Das ist verständlich – in den sozialen Netzwerken will das aber leider niemand lesen. Neben Twitter mit seinen 140 Zeichen, sorgen andere Plattformen indirekt für den nötigen Redestopp: Es gibt zwar keine Wortgrenze bei Facebook, aber in einem gewöhnlichen Post werden dem Nutzer nur die ersten fünf Zeilen angezeigt. Diverse Studien haben gezeigt, dass die wenigsten wirklich auf „weiterlesen“ klicken, egal wie gut der Text ist. Unser Vorschlag: Warum twittern oder posten Sie nicht eine kurze Kernaussage und bieten dann den Link zum Weiterklicken an. So erhalten sie als kleines Schmankerl vielleicht zusätzlich mehr Besucher auf der Website. Grundsätzlich gilt: Halten Sie es kurz und schreiben Sie mehr als fünf Zeilen nur, wenn es unbedingt sein muss – etwa wenn Sie offizielle Statements zu einem brisanten Thema teilen möchten. Profi-Tipp, um auch das interessanter zu gestalten: Warum nicht mal ein Video-Statement? Aber Achtung! Das bringt uns auch schon zum letzten potenziellen Nervfaktor, nämlich schlechtes Bildmaterial.

 

4. Schlechte Bilder und Videos

Die Frage nach der Qualität von Bildern und Videos in sozialen Netzwerken ist ein schwieriges Thema. Wir können Ihnen gar nicht raten, immer perfekt bearbeitete Fotos und Videos mit perfektem Bild und Ton zu teilen. Denn was ist, wenn der Chef ein paar verwackelte, aber witzige Aufnahmen vom Firmenlauf auf dem Handy hat? Die könnten schließlich zum viralen Hit werden. Und was nützt ein gestochen scharfes Foto von der Konferenz in den USA, wenn man nur Hinterköpfe sieht? Erinnern Sie sich an das BBC-Interview, das von den Kindern des Korea-Experten gestört wurde? Das wurde millionenfach geteilt, obwohl die Bildqualität zu wünschen übrig lässt. Letzteres wurde zwar unfreiweillig zum weltweiten Social Media-Kracher, aber der Punkt ist: Wie im Leben allgemein geht es weniger um das Äußere, als um den tollen Inhalt. Wenn es die Zeit erlaubt, her mit den schönen Hochglanzbildern. Wenn nicht, auch ok. Investieren Sie lieber mehr Zeit in die Produktion von gutem Content.

 

Na? Haben Sie sich hier und da wiedererkannt? Verraten Sie es einfach keinem und machen Sie es in Zukunft besser. Lesen Sie dazu auch in unserem kostenlosen E-Book, wie Sie Facebook & Co. in Ihren Arbeitsalltag integrieren und zur täglichen 10-Minuten-Routine machen.

 

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Beitrag von Kristina Wilhelms vom 06.07.2017 11:52:27
Kristina Wilhelms

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